Borreliose Test

Derzeit gibt es noch keine Borreliose Tests, die eine Borreliose sicher und zuverlässig nachweisen können. Nichtsdestotrotz existieren mittlerweile eine Reihe von Tests, die in Labors regelmäßig angewandt werden. In der Regel handelt es sich hierbei um indirekte Tests, das heißt es wird nicht der Erreger, sondern die Reaktion des Immunsystems auf den Erreger festgestellt.

Antikörper treten im Körper frühestens 2 Wochen nach einer erfolgten Infektion auf und können erst ab diesem Zeitpunkt mit einer hinreichenden Zuverlässigkeit nachgewiesen werden. Als besonders tückisch erweist sich die Fähigkeit der Borrelien, sich zu verwandeln und somit monatelang vom Immunsystem unerkannt zu bleiben. Diese Eigenschaft führt oft zu falschen Ergebnissen in den durchgeführten Tests.

Bei akuten Borrelieninfektionen sind oftmals noch keine Antikörper im Blut nachweisbar

Trotzdem werden meist Blutuntersuchungen durchgeführt, um einen eventuellen Befall mit Borrelien nachzuweisen. Hierbei gibt es prinzipiell 2 Methoden. Zum einen können Tests auf Antikörper durchgeführt werden, die das Immunsystem gegen den Erreger gebildet hat. Zum anderen kann auch der Erreger selbst nachgewiesen werden.

Zur Bestimmung der Antikörper gegen Borrelien werden oft zunächst Suchtests in Form von Enzymimmunoassays (ELISA- Test) durchgeführt. Diese können IgG- und IgM- Antikörper gegen Borrelien nachweisen. IgM- Antikörper sind die sogenannten “Früh- Antikörper”, die in etwa 3 Wochen nach einer Infektion mit Borrelien auftreten. Nach etwa 6 Wochen lassen sich dann auch IgG- Antikörper gegen Borrelien nachweisen. Ist dieser Test negativ, kann mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass keine Borreliose vorliegt.

Ist dieser Borreliose Test positiv oder unklar wird meist ein Bestätigungstest angeschlossen. Es handelt sich hierbei um den Immunoblot- Test. Fällt der Immunoblot negativ aus, dann sind keine Borrelien-Antikörper vorhanden. Höchstwahrscheinlich leidet der Patient bei einem negativen Testergebnis auch nicht an einer Borreliose.

Ist der Immunoblot positiv, dann liegen Borrelien-Antikörper vor

Ein direkter Nachweis der Borrelien erweist sich oftmals als sehr schwierig. Es kommen hierbei in erster Linie 2 Verfahren zur Anwendung. Zum einen kann eine Borrelienkultur angezogen werden. Dabei wird beispielsweise Blut oder Liquor auf ein spezielles Nährmedium aufgetragen. Nach einer gewissen Zeit haben sich eventuell vorhandene Borrelien vermehrt und können unter anderem durch verschiedene Färbemethoden sichtbar gemacht werden.

Zum anderen kann eine Polymerasekettenreaktion( PCR) durchgeführt werden. Hierbei werden Teile der Borrelien- DNA, die Träger der Erbinformation der Borrelien ist, vermehrt und anschließend sichtbar gemacht.

Zu den ebenfalls sehr häufig durchgeführten Tests gehört der Liquortest

Bei diesem Borreliose Test werden dem Nervenwasser zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel entnommen wird. Dieser Test wird vor allem bei Verdacht auf eine Neuroborreliose durchgeführt. Meist findet man im entnommenen Liquor Zeichen einer Entzündung: oft ist die Zellzahl, vor allem an Lymphozyten und Monozyten erhöht, auch die Zahl der Bluteiweiße kann pathologisch verändert sein. Zusätzlich können auch die im Liquor eventuell vorhandenen Antikörper bestimmt werden. Das Vorhandensein von Borrelien im Liquor kann helfen, einen Borreliosebefall des Nervensystems zu erkennen.

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